Feierabend. Eigentlich…
Gefühlt hat man den PC gerade wieder heruntergefahren – und eine Stunde später fährt man ihn zuhause direkt wieder hoch…nur diesmal nicht für den Job, sondern für Paragrafen, Lehrgänge und Fälle. So zumindest bildet sich derzeit mein Alltag ab.
Wenn der Tag einfach weiter geht.
Es ist ein bisschen so, als würde der Tag einfach in eine zweite Schicht übergehen. Ohne richtigen Übergang, ohne echtes Abschalten. Die Abende werden länger, als man es sich eigentlich vorgenommen hat. Aus “ich schaue mir das nur noch kurz eben an” werden schnell ein paar Stunden. Und selbst wenn man den PC irgendwann runtergefahren hat, ist der Kopf noch lange nicht im Feierabend angekommen. Stattdessen dreht sich das Gedankenkarusell weiter. “Habe ich das wirklich verstanden? Reicht das, was ich heute gemacht habe? Was, wenn genau dieses Thema drankommt?” Und plötzlich merkt man, wie sich alles um ein einziges Thema dreht. Steuern sind nicht mehr nur Lernstoff, sondern irgendwie eine Art Dauerbegleiter – im Kopf, im Alltag, manchmal sogar in Träumen und Gesprächen.
Für vieles andere bleibt gerade wenig Raum. Zumindest fühlt es sich so an. Aber genau das ist ein Teil dieser Phase.
Zwei Anforderungen, ein Kopf.
Der Spagat zwischen Job und Lernen ist nicht gerade einfach. Wir alle befinden uns glaube ich gerade in dieser “heißen Phase”. Der 30.04 rückt immer näher und somit wird die Abgabefrist der Steuererklärungen für 2024 immer kürzer. Die Deadlines nicht aus den Augen zu verlieren, alle offenen Fälle zu bearbeiten, Rückfragen zu beantworten – und parallel dazu der Anspruch, die Vorbereitung für das Examen nicht aus dem Blick zu verlieren, ist manchmal ganz schön schwierig. Überstunden, die man normalerweise in dieser heißen Phase im Job gemacht hat, sind zurzeit schlichtweg unmöglich. Es ist ein ständiges Hin- und Her zwischen zwei Anforderungen, die beide volle Aufmerksamkeit wollen. Und egal, wie man es dreht – irgendwo bleibt immer das Gefühl, nicht genug gemacht zu haben.
Das schlechte Gewissen ist ständig da..
Gleichzeitig verändert sich auch der Blick auf das eigene Umfeld. Verabredungen werden seltener zugesagt, nicht weil man nicht möchte, sondern weil der Kopf einfach voll ist. Und wenn man sich dann doch einen Tag frei nimmt, meldet sich schnell diese schlechte Gewissen. Eigentlich sollte man doch jetzt lernen. Eigentlich wäre es jetzt Zeit am Schreibtisch zu sitzen. Und genau dieses “eigentlich” begleitet einen gerade ziemlich oft – egal ob man arbeitet, lernt oder versucht kurz mal abzuschalten.
Wie geht es Euch damit?
So intensiv diese Phase gerade auch ist, ich glaube, genau diese Phase kennen viele, die sich auf das Examen vorbereiten: der Spagat zwischen Job, Lernen und dem Versuch, dem Privatleben trotzdem noch Raum zu geben. Vielleicht gehört diese ständige “eigentlich” gerade einfach dazu. Eigentlich müsste man noch lernen. Eigentlich sollte man sich eine Pause gönnen. Eigentlich wollte man Freunde und Familie öfter sehen.
Mich würde interessieren: Wie geht ihr mit diesem Spagat um? Kennt ihr das schlechte Gewissen – sei es dem eigenem Umfeld gegenüber oder dann, wenn man sich bewusst einmal Zeit nur für sich nimmt?
Ich freue mich von Euren Erfahrungen zu hören und den Austausch mit Euch!
Bis bald! Svenja
2 Antworten
Schön, dass du dabei bist als Bloggerin, liebe Svenja 🌺 Hast du bestimmte Entspannungsmethoden? Z. B. Yoga oder Meditation?
Hi Svenja,
Ich habe das Examen letztes Jahr bestanden und kann dir angesichts der vielen neuen Themen und der immerwährenden Frage “war das für heute genug” eine Kleinigkeit ans Herz legen, die mir geholfen hat:
Ich habe zu Beginn meiner Examensvorbereitung jeden Tag eine Thematik (und mag sie noch so klein erscheinen) aufgeschrieben, die ich neu dazugelernt habe. Am Sonntag bin ich dann ein wenig drübergeflogen und habe jedes Mal aufs neue gemerkt, wie viel ich doch trotz der eingeschränkten Zeit geschafft und gelernt habe. Das hat mir persönlich sehr geholfen.
Ich wünsche dir alles Gute für die Vorbereitungszeit und das Examen.