Hallöchen liebe Leute!
Und schon ist wieder eine Woche vorbei. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen stolz auf mich, dass ich es bisher geschafft habe, jede Woche einen neuen Blogbeitrag zu veröffentlichen. Wenn wir allerdings ganz ehrlich sind, liegt das auch daran, dass das Schreiben eine hervorragende Form der Prokrastination sein kann.
Wie ich bereits in einem früheren Beitrag erzählt habe, ist der Freitag mein Hauptlerntag. An diesem Tag habe ich einfach die meisten Kapazitäten, mich intensiv auf die Steuerberaterprüfung vorzubereiten. Trotzdem fällt es mir oft schwer, direkt in den Lernmodus zu kommen. Das Schreiben des Blogbeitrags ist deshalb für mich so etwas wie ein Soft Launch: Ich komme langsam in ein konzentriertes Mindset, bevor ich mich an die wirklich anspruchsvollen Themen setze.
Außerdem hat das Ganze noch einen weiteren Vorteil. Beim Schreiben lasse ich die vergangene Lernwoche Revue passieren und überlege gleichzeitig, welche Ziele ich mir für die kommende Woche setzen möchte.
Dieses wöchentliche Check-in kann ich übrigens jedem empfehlen. Dafür muss man natürlich keinen Blog schreiben. Es reicht völlig aus, sich einmal pro Woche bewusst hinzusetzen und sich zu fragen: Wo stehe ich aktuell? Was habe ich geschafft? Und was muss in der nächsten Woche erledigt werden? Gerade bei der Stoffmenge für die Steuerberaterprüfung hilft dieser regelmäßige Überblick enorm dabei, den roten Faden nicht zu verlieren.
Wie sieht mein Lernplan eigentlich aus?
Zum ersten Mal habe ich während meines Studiums angefangen, mit einem richtigen Lernplan zu arbeiten. Etwa zwei bis drei Monate vor den Prüfungen habe ich mir dafür eine einfache Excel-Tabelle erstellt. Sie bestand aus vier Spalten: Datum, Fach, Themen und „nicht geschafft“.
Für jedes Prüfungsfach habe ich ungefähr zwei bis drei Wochen eingeplant. In dieser Zeit habe ich sämtliche Skripte und Vorlesungsaufzeichnungen noch einmal durchgearbeitet und anschließend die Altklausuren bearbeitet. Da ich den Stoff bereits einmal gelernt hatte, konnte ich den Umfang der einzelnen Themen gut einschätzen und entsprechend auf die einzelnen Tage verteilen.
Dieses System hat für mich erstaunlich gut funktioniert. Das Beste daran war das Gefühl, das Tagesziel tatsächlich erreicht zu haben. Wenn auf meinem Plan stand: „Skript 1 und 2 bearbeiten“, dann wusste ich genau, wann ich fertig war. Der Rest des Tages war dann wirklich Freizeit – ganz ohne schlechtes Gewissen.

Früher hatte ich mir oft eher allgemeine Ziele gesetzt, zum Beispiel: „Heute lerne ich Marketing.“ Das Problem dabei war, dass ich nie wusste, wann ich eigentlich genug gelernt hatte. Mit konkreten Aufgaben war das deutlich greifbarer.
Ein weiterer Vorteil meines Lernplans war, dass ich die gesamte Vorbereitungszeit bis zur Prüfung bereits verplant hatte. Dadurch wusste ich, dass ich alle Themen rechtzeitig wiederholen würde und konnte Pausen bewusst genießen, ohne ständig das Gefühl zu haben, eigentlich noch lernen zu müssen.
Der Lernplan für die Steuerberaterprüfung
Für die Steuerberaterprüfung wollte ich dieses System von Anfang an übernehmen. Deshalb habe ich schon sehr früh versucht, einen Plan für die gesamten anderthalb Jahre Vorbereitung zu erstellen.
Allerdings gab es dabei ein großes Problem: Ich wusste noch gar nicht, wie umfangreich die einzelnen Themen tatsächlich sein würden. Teilweise lagen die Skripte noch gar nicht vollständig vor. Deshalb bestand mein erster Lernplan zunächst hauptsächlich aus den Terminen der Veranstaltungen.
Anfangs habe ich dafür wieder meine Excel-Tabelle genutzt, bin dann – genau wie Svenja – auf Notion umgestiegen. Dort habe ich alle Veranstaltungen in einem Kalender eingetragen und mir vorgenommen, am Wochenende jeweils die Skripte zu den Themen der vergangenen Woche nachzuarbeiten.

In der Theorie klang das nach einem guten Plan. In der Praxis sah es leider oft anders aus. Gerade in Bilanz waren die Skripte teilweise so umfangreich, dass ich sie an einem Wochenende gar nicht vollständig durcharbeiten konnte.
Zusätzlich hatte ich begonnen, alle neuen Paragrafen in einen Vokabeltrainer einzupflegen, um sie regelmäßig zu wiederholen. Nach einigen Wochen musste ich allerdings feststellen, dass ich teilweise schon 30 Minuten allein mit dem Wiederholen der Paragrafen beschäftigt war. Das war auf Dauer einfach nicht praktikabel.
Für die Freistellungsphase möchte ich den Vokabeltrainer aber noch einmal hervorholen – allerdings gezielt für die Paragrafen, die in den Klausuren immer wieder auftauchen. Gerade diese “Fußgängerpunkte”, wie beispielsweise § 253 Abs. 1 HGB, lassen sich mit regelmäßigen Wiederholungen wahrscheinlich gut festigen.
Der Neustart für die Freistellung
Wie ich bereits in einem früheren Beitrag erzählt habe, konnte ich meinen ursprünglichen Lernplan nach meinem Umzug leider nicht mehr einhalten. Seitdem lag mein Fokus vor allem auf den Veranstaltungen und den Kurzklausuren. Die Skripte habe ich dagegen kaum noch nachgearbeitet.
Anfang Juni, als sich auch der Abendkurs langsam dem Ende näherte, habe ich mich deshalb noch einmal hingesetzt und meinen Lernplan komplett neu aufgesetzt.
Dabei kam der kleine Schockmoment: Bis zur Prüfung waren es nur noch vier Monate! Und inzwischen sind es sogar weniger als drei.
Mein Ziel für die Freistellungsphase ist deshalb klar: Zunächst möchte ich alle bisherigen Klausuren noch einmal bearbeiten und zusätzlich die Klausuren aus NWB Steuer & Studium durcharbeiten.
Bei den Skripten bin ich mir aktuell noch unsicher. Vielleicht ist es gar nicht mehr sinnvoll, wirklich jedes Skript noch einmal komplett zu lesen. Eventuell ist es effektiver, stattdessen einzelne Aufzeichnungen erneut anzusehen oder gezielt die Themen zu wiederholen, bei denen ich noch Schwierigkeiten habe.
Mittlerweile kennt man seine eigenen Stärken und Schwächen schließlich ganz gut. Während mir beispielsweise die Abgabenordnung (AO) inzwischen richtig Spaß macht, bleibt Bilanz weiterhin meine größte Baustelle. Genau dort werde ich in den nächsten Wochen vermutlich den größten Teil meiner Zeit investieren.
Wie gestaltet ihr denn eure Freistellung? Und wie sieht euer Lernplan aus, wenn ihr einen habt? Und welches ist euer bestes oder schlechtestes Fach?