Hallo liebe Leute,
es ist mal wieder eine Woche vergangen. Und was war das bitte für ein Wochenende? 40 °C – mitten in der Vorbereitungszeit. Ich habe meinem alten Büro wirklich hinterhergetrauert, denn dort gab es immerhin eine Klimaanlage. Ich hatte mir schon ausgemalt, wie ich dort entspannt an den Wochenenden meine Klausuren schreiben würde. Stattdessen musste ich improvisieren.
Dank der netten Leihgabe eines Campingtischs meiner Nachbarn bin ich kurzerhand in unseren Hausflur umgezogen. Dort herrschten immerhin angenehme 23 °C. Der Nachteil: Ich musste am Laptop schreiben und ein Verlängerungskabel quer durch den Flur legen. Aber ehrlich gesagt war mir das deutlich lieber, als bei mindestens 29 °C im Arbeitszimmer zu sitzen. Also habe ich mich mit der Situation arrangiert.

Umso schöner ist es jetzt, dass die Temperaturen endlich wieder gesunken sind.
Mein Vorbereitungskurs nähert sich inzwischen ebenfalls dem Ende. Noch zwei Wochen, dann findet die letzte Unterrichtseinheit statt. Da ich die Vorlesungen weiterhin zeitversetzt anschaue, werde ich pünktlich zur Freistellung auch mit der Theorie fertig sein. Danach kann ich mich vollständig auf das Schreiben der Klausuren und das gezielte Nacharbeiten meiner Problemthemen konzentrieren.
Mein Ziel, alle Klausuren bis Ende Juni am Stück zu schreiben, habe ich leider nicht erreicht. Spätestens mit Beginn meiner Freistellung im August möchte ich das aber schaffen und die Klausuren unter echten Prüfungsbedingungen bearbeiten.
Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich auf die Freistellung freue. Schon die Einführung der Vier-Tage-Woche hat mir unglaublich viel Entlastung gebracht.
Vor allem die Wochenenden waren in den letzten Monaten mein größtes Problem. Seit April, als die sechsstündigen Klausuren begonnen haben, hatte ich praktisch jedes Wochenende ein schlechtes Gewissen. Ich wusste, dass ich eigentlich sechs Stunden am Stück schreiben sollte – allein dieser Gedanke war oft schon so überwältigend, dass ich mich gar nicht erst an die Klausur gesetzt habe. Selbst wenn ich angefangen habe, habe ich es häufig nicht geschafft, eine Klausur an einem Wochenende vollständig zu bearbeiten. Dadurch entstand ein echter Teufelskreis: schlechtes Gewissen, Demotivation, noch mehr Aufschieben – und am Ende hatte ich das Gefühl, nie genug zu schaffen.
Natürlich hing das auch damit zusammen, dass ich damals noch fast Vollzeit gearbeitet habe. Der Samstag musste deshalb als Erholungstag herhalten, sodass ich mir vorgenommen hatte, die Klausur sonntags zu schreiben. Und genau da lag das Problem.
Samstagabend wurde es wieder etwas später, also erst einmal ausschlafen – schließlich braucht man ja Energie für eine sechsstündige Klausur. Dann gemütlich frühstücken und plötzlich ist es schon 12 Uhr. Kein Problem, denkt man sich. Bis 18 Uhr bin ich entspannt fertig.
Nach der Hälfte der Zeit meldet sich dann aber der Körper: „Das ist anstrengend. Du brauchst erstmal etwas zu essen.“ Also wird gekocht. Eine Stunde ist schon wieder vorbei. Danach schnell zurück an die Klausur. Kaum ist man wieder konzentriert, kommt eine Sprachnachricht. Perfekt, ich brauchte gerade sowieso eine kleine Ablenkung. Aus den geplanten fünf Minuten werden fünfzehn – und plötzlich ist es 20 Uhr.
Und dann stellt sich nur noch eine Frage: Wo ist eigentlich mein Wochenende geblieben?
Oder man öffnet die Klausur und stellt fest, dass das Thema im Unterricht noch gar nicht behandelt wurde. Ich sage nur: 17 Punkte Lohnsteuer. Ja, und jetzt? Also erst einmal das entsprechende Skript heraussuchen und durcharbeiten.
Manchmal war schon das erste Lesen der Aufgabenstellung wie ein Schlag ins Gesicht. „Was wollen die jetzt überhaupt von mir?“ Ich war noch nie besonders gut darin, mit Frustration umzugehen. Mehr als einmal hätte ich die Klausur am liebsten wie ein trotziges Kind zusammengeknüllt und gegen die Wand geworfen.
Mir war irgendwann klar, dass ich meine Herangehensweise ändern musste. Gleichzeitig wurde meine Angst immer größer, wegen meiner vermeintlich mangelnden Vorbereitung die Prüfung nicht zu bestehen. Also habe ich aufgehört, mir jedes Wochenende sechs Stunden am Stück vorzunehmen, und stattdessen angefangen, die Klausuren in kleinere Etappen aufzuteilen.
Für mich funktioniert das deutlich besser. Drei Stunden an einem freien Tag wirken plötzlich machbar und nehmen mir die größte Hemmschwelle: überhaupt anzufangen. Natürlich weiß ich, dass ich theoretisch mehr schaffen könnte – und vielleicht sogar müsste. Aber ich habe einfach gemerkt, dass ich mein Wochenende auch als Wochenende brauche. Erholung ist kein Luxus, sondern notwendig. Und dieser vermeintlich freie Samstag hat sich am Ende überhaupt nicht erholsam angefühlt.
Der Freitag hat sich inzwischen zu einem festen Bestandteil meiner Lernroutine entwickelt. Tatsächlich ist er mittlerweile sogar mein längster Lerntag – vielleicht, weil ich ihn von Anfang an unterbewusst noch als Arbeitstag wahrgenommen habe. Meistens schaue ich mir drei bis vier Vorlesungen an und überfliege bereits die nächste Klausur. So sehe ich frühzeitig, welche Themen ich mir noch einmal genauer anschauen sollte. Dadurch kann ich mich am Wochenende viel besser auf das eigentliche Schreiben konzentrieren.
An dieser Stelle vielleicht noch eine kleine Anmerkung: Wie ich bereits in einem früheren Blogeintrag geschrieben habe, hänge ich aktuell lediglich zwei Klausuren hinterher. Selbst diese kann ich noch im Rahmen des Fernkurses schreiben und korrigieren lassen, da der Kurs ausreichend Flexibilität bietet und die Anbieter natürlich wissen, dass das Leben nicht immer nach Plan verläuft.
Der eigentliche Druck kam also gar nicht von außen, sondern von mir selbst. Ich hatte den Anspruch, jedes Wochenende eine komplette Klausur zu schreiben, um möglichst perfekt vorbereitet zu sein. Und genau dieses ständige Verfehlen meiner selbst gesetzten Ziele hat mich immer weiter demotiviert. Ich habe mir eingeredet, dass ich die Prüfung deshalb wahrscheinlich nicht bestehen werde.
Jetzt, während ich diesen Beitrag schreibe, merke ich wieder, wie sehr sich die eigene Wahrnehmung manchmal verschieben kann.
Aber genug gejammert.
Ich bin überzeugt, dass vieles mit der Freistellung noch einfacher werden wird. Wenn die Arbeitswoche wegfällt, muss ich meine Erholung nicht mehr ausschließlich auf das Wochenende legen. Ich kann ausschlafen, sechs bis acht Stunden lernen – im Grunde so, als würde ich arbeiten – und habe danach trotzdem noch den restlichen Tag für mich. Ich hoffe sehr, dass genau diese Entlastung den entscheidenden Unterschied machen wird.
Mich würde deshalb interessieren: Wie macht ihr das mit dem Lernen und Klausurschreiben am Wochenende? Wie motiviert ihr euch? Wie schafft ihr den Spagat zwischen Lernen und Freizeit? Und nagen bei euch manchmal auch die Selbstzweifel?
Ich wünsche euch allen weiterhin viel Durchhaltevermögen!
Bis zum nächsten Mal.
Cindy
2 Antworten
Hi Cindy,
vor meiner Freistellung (meine hat zum Glück im Juni begonnen), habe ich jeden Freitag 6 Stunden Klausur geschrieben, Samstag den Abendkurs nachgearbeitet und Sonntags die Klausur der vorherigen Woche nachgearbeitet, da die Korrektur meinst ein paar Tage gedauert hat. So war das Wochenende zwar wenig erholsam, aber man weiß ja, wofür man es tut 🙂
Ach und von Selbstzweifeln kann ich ein Lied singen 😀 es ist ein Wechselbad zwischen „das wird schon“ und „wie soll ich das alles schaffen?“. Ich denke das ist normal.
Liebe Grüße aus Münster
Laura
Hey Laura,
hattest du dann freitags einen kurzen Arbeitstag oder diesen generell frei? Aber richtig gut, dass du das solange so durchgezogen hast! Und ja man weiß wofür man es tut und es ist ja zumindestens mittlerweile eine Ende absehbar. Freue mich schon sehr auf den Moment nach der Prüfung.
Liebe Grüße 🙂
Cindy