Die Qual der Wahl – Teil I

Bei diesen rekordverdächtigen Temperaturen sitze ich nicht im Freibad oder am Strand, sondern bei 25 °C Raumtemperatur vor meinem PC und schaue mir Aufzeichnungen zum Thema Rückstellungen in der Bilanzierung an. 😥

Meine Katze unterstützt mich dabei tatkräftig – meist durch ihre bloße Anwesenheit, gelegentlich aber auch, indem sie “versehentlich” auf Tasten drückt und das Video vorspult.

Wenn ich an meine Uni-Zeit zurückdenke, wirkt die aktuelle Situation allerdings fast luxuriös. Damals musste ich meine Bachelorarbeit in einer Altbauwohnung bei 30 °C schreiben. Trotzdem ärgere ich mich manchmal, dass ich schon wieder einen schönen Sommer größtenteils zu Hause verbringe, während meine Freundin mir Fotos aus dem Freibad schickt. Aber man weiß ja, wofür man es tut.

Überblick über meine Vorbereitung

In meinem letzten Beitrag hatte ich bereits angekündigt, etwas zum Thema „Online- oder Präsenzkurs?“ zu schreiben. Bevor ich darauf eingehe, möchte ich zunächst einen Überblick über die Kurse geben, die ich bisher besucht habe, sowie meine persönliche Einschätzung dazu.

Damals habe ich mich bei Bannas für ein Kombi-Paket entschieden. Darin enthalten waren:

  • Abendlehrgang
  • Arbeitskreis Klausurtechnik
  • Klausurenfernkurs
  • Klausurenpräsenzkurs

Der Vorkurs 

Von Februar bis Juni 2025 habe ich den Online-Vorkurs bei Bannas besucht. Dort wurden viele steuerliche Grundlagen behandelt, aber auch einige speziellere Themen, für die im regulären Kurs oft keine Zeit bleibt – Stichwort „Kinder in der ESt“.

Der Unterricht fand immer mittwochs abends sowie alle zwei Wochen samstags statt. Insgesamt war der Kurs eine gute Vorbereitung. Mein Eindruck war allerdings, dass teilweise bereits Vorwissen vorausgesetzt wurde, das ich mit meinem BWL-Bachelor nicht unbedingt mitgebracht habe.

Der Abendlehrgang

Ab Juni ging es dann mit dem Online-Abendlehrgang weiter. Ich habe mich bewusst für einen früher startenden Kurs entschieden, damit ich die fachlichen Inhalte bereits im August abgeschlossen habe und mich anschließend vollständig auf das Klausurenschreiben konzentrieren kann.

Etwas störend an dem frühen Beginn war jedoch, dass nicht alle Skripte rechtzeitig auf den aktuellen Rechtsstand aktualisiert waren. Dadurch mussten wir häufiger nacharbeiten, weil Fehler aufgefallen sind oder Unterlagen noch nicht zur Verfügung standen.

Der Kurzklausurenkurs bei Knoll

Ab September habe ich zusätzlich einen Kurzklausurenkurs bei Knoll besucht. Dort wurden insgesamt 18 Klausuren mit einer Bearbeitungszeit von zwei bis vier Stunden geschrieben.

Man hört ja oft viel über Knoll und deren schwere Klausuren – aber in diesem Fall kann ich mich nicht beschweren. Der Kurs konzentrierte sich auf die wichtigsten Grundlagenthemen und hat mich sehr gut und schrittweise an das Schreiben von Klausuren herangeführt. Diesen Kurs kann ich wirklich empfehlen.

Übungsklausuren

Zum Jahresende wurde es dann etwas hektischer.

Im Abendlehrgang waren bereits sechs dreistündige Übungsklausuren enthalten. Gleichzeitig startete der Arbeitskreis Klausurtechnik, in dem ebenfalls sechs dreistündige Klausuren geschrieben wurden.

Nebenher lief aber auch immer noch der Knoll-Kurs. Daher muss ich zugeben, dass ich nicht jede Klausur geschrieben habe. Es war schlicht nicht möglich, allen Angeboten gleichzeitig gerecht zu werden. 😯 Dennoch würde ich persönlich es jedem empfehlen einen Kurs zu besuchen, in dem Kursklausuren angeboten werden. Es hilft einem definitiv den Einstieg in das Schreiben zu finden und erschlägt einen nicht direkt so wie eine sechsstündige Klausur.

Der Klausurenfernkurs

Seit April stehen die 15 sechsstündigen Klausuren des Klausurenfernkurses zur Verfügung. Mein Ziel war es, jede Woche mindestens eine davon zu bearbeiten. So ganz habe ich das leider nicht geschafft. Ich glaube ich bin 2 Klausuren im Rückstand, dafür habe ich trotzdem schon 8 Stück geschrieben. 🙂

Mitte August startet dann für mich noch der Klausurenpräsenzkurs in Hamburg. Dieser sollte eigentlich 4 Wochen gehen und jeweils dienstags bis donnerstags werden wie im echten Examen jeweils 3 Klasuren geschrieben. Aus organisatorischen Gründen war es jetzt wohl doch nicht möglich, sodass der Kurs sich verschoben hat. Statt bereits in der ersten Augustwoche beginnt er erst am 15. und hat jeweils zwei Wochen Unterbrechnung, sodass er auch erst Mitte September endet. Mein Plan war es eigentlich den ganzen September “frei” zu haben um mich gezielt vorbereiten zu können oder je nachdem, wie ich meinen Vorbereitungsstand bis dahin einschätze, noch einen weiteren Klausurenfernkurs buchen. Durch diese Änderung muss ich noch einmal sehen, ob ich nicht für den August schon Klausuren buche um diese zwei leeren Wochen zu füllen.

Mein bisheriges Fazit

Insgesamt bin ich mit meinen gewählten Kursen sehr zufrieden. Natürlich gab es gelegentlich Abstimmungsprobleme zwischen den verschiedenen Anbietern, und manche Phasen waren organisatorisch etwas chaotisch. Dennoch habe ich das Gefühl, gut vorbereitet zu werden.

Ich glaube allerdings, dass es hier nicht den “einen” Weg gibt, sondern es immer auf die jeweiligen Lebensumstände ankommt. Ich habe nicht die Möglichkeit einen Vollzeitkurs zu besuchen, da ich nicht für 3-4 Monate in Freistellung kann. Dafür habe ich keine Kinder oder andere Verpflichtungen und kann daher im Vergleich mehr nach der Arbeit und am Wochenende machen, sodass ein Abendlehrgang für mich einfach besser gepasst hat. Hier muss jeder für sich selbst sehen und Abwägen. Wie habt ihr eure Vorbereitung gestaltet? Und welche Gründe haben euch dazu bewogen?

Da dieser Beitrag jetzt ohnehin schon recht lang geworden ist, verschiebe ich den zweiten Teil zum Thema „Online oder Präsenz?“ auf das nächste Mal.

Genießt das schöne Wetter für mich mit und denkt an die Sonnencreme. Ich kümmere mich derweil weiter um meine gepflegte Kellerbräune. 😎

Ein Beitrag von:

  • Moin liebe Leute! Ich bin Cindy, 29 Jahre jung und wohne in der wunder­schönen Nord­heide. Ziel des Aben­teuers: Steuer­bera­ter­prüfung 2026/27. Und ja, der Weg dort­hin war jetzt schon so eine Art Achter­bahn­fahrt....

Kommentare zu diesem Beitrag:

2 Antworten

  1. Moin Cindy, ich habe meinen Homeoffice-Platz in unserem Reihenhaus oben unter dem Dach. Da ist es aktuell aber nahezu unerträglich heiß. Deshalb bin ich mit der Technik in den Keller umgezogen. Hier kann man es aushalten. Und das Bier steht auch schön nah 😉
    Viele Grüße aus Gelsenkirchen in die Nordheide

  2. Hallo Cindy, interessanter Weg mit der Kombi beider Anbieter. Ich hatte mit einem Masterstudium Steuerrecht in Kombi mit Bannas angefangen. Da ich vorher nur BWL studiert hatte, wollte ich gern noch vor dem Examen die Grundlagen fürs Steuerrecht lernen. Im Studium mit Bannas wird natürlich die Theorie vermittelt, man hat aber auch Zugang zum Abendlehrgang (aber 2024/2025, also nicht sonderlich aktuell) und Klausuren. An sich war ich da mit den Dozenten größtenteils zufrieden, die Orga von Bannas war aber wie bei dir schwierig… Jetzt wo es in die heiße Vorbereitungsphase geht, fühle ich mich von den Unterlagen von Bannas bisschen erschlagen. Seeeehr viele Aufgezeichnungen (Abendlehrgang, Klausurentechnik, Stunden an Material), Karteikarten im Videoformat (nett, aber sinnlos zum Lernen), Skripte über Skripte und natürlich die Klausuren. Ich fand es schwierig, die Flut an Unterlagen zu sortieren und da das Studium vor 2 Jahren losging, war bspw. USt auch schon ewig her, so dass ich mich in die Schemata nochmal neu einfinden musste. Letzten Endes habe ich mich dann dazu entschieden, verspätet bei der N-S GbR einzusteigen im Intensivkurs. Das empfinde ich als Weltenunterschied von der Wissensvermittlung her, viel kompakter und dadurch bleibt auch einiges hängen und hat viele “Aha-Momente” gegeben. Im Sommer habe ich daher dann erst den Arbeitskreis der GbR und wie du im August den Klausurenkurs von Bannas, da ich diese ja ohnehin bereits im Studium enthalten habe. Zusammenfassend freue ich mich, dass ich bald einen Master im Steuerrecht habe (sollte ich das Examen nicht bestehen, immerhin etwas), aber für die Vorbereitung aufs Examen wäre denke ich ein kompakteres Format für mich persönlich besser gewesen. 🙂

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