Endlich Steuerberaterin!

Ich darf es endlich sagen: Ich habe die mündliche Prüfung bestanden – und darf mich nun Steuerberaterin nennen.

Dieser Moment, als der Prüfungsvorsitzende die Worte sprach, dass wir bestanden haben, ist schwer in Worte zu fassen. In diesem Augenblick ist eine unheimliche Last von mir abgefallen. Die Anspannung der letzten Monate, Jahre die intensiven Lernphasen, die Unsicherheit, die Selbstzweifel – alles fiel plötzlich von mir ab. Ich war den Tränen nahe. Zu wissen, dass sich die ganze Lernerei gelohnt hat und dieses Kapitel mit einem positiven Ergebnis endet, war überwältigend.

Leider hat es ein Prüfling aus unserer Runde nicht geschafft. Das hat mich sehr bewegt. Dieser Tag schweißt zusammen – man teilt die gleiche Anspannung, die gleiche Hoffnung, den gleichen Weg. Umso mehr fühlt man mit, wenn es für jemanden nicht gereicht hat. Mein Respekt gilt allen, die diesen Weg gehen – ganz besonders denen, die einen zweiten oder dritten Versuch auf sich nehmen. Das verdient höchste Anerkennung.


Die letzten Wochen vor der Mündlichen

Die Zeit vor der mündlichen Prüfung war ein absolutes Gefühlschaos. Zwei Wochen vor dem Termin lagen wir noch mit Influenza flach – körperlich geschwächt und mental ohnehin schon angespannt. Der Druck wurde dadurch nicht kleiner.

Die Fallhöhe vor der Mündlichen ist noch einmal eine andere als vor der Schriftlichen. Nach der Schriftlichen liegt das Ziel noch in weiter Ferne. Vor der Mündlichen hingegen ist es greifbar nah. Man weiß: Noch dieser eine Tag. Noch diese eine Hürde. Genau das erzeugt enormen Druck.

Ich habe gelesen, wiederholt, strukturiert, laut gesprochen, Vorträge gehalten – und versucht, trotz allem bei mir zu bleiben. Am Ende hat es gereicht. Und dafür bin ich unendlich dankbar.


Wie war die mündliche Prüfung?

Sie war hart. Es wird einem nichts geschenkt.

Die Fragen sind präzise, teilweise sehr detailorientiert, und es wird Wert auf klare, strukturierte Aussagen gelegt. Mein Eindruck war: Die Prüfer haben eine sehr konkrete Vorstellung davon, was sie hören möchten. Umso wichtiger ist es, fachlich sauber zu argumentieren und sich nicht verunsichern zu lassen, wenn nachgehakt wird.

Der mentale Aspekt darf in der Vorbereitung und während der Prüfung nicht unterschätzt werden. Fachwissen ist die Grundlage – aber Haltung, Auftreten und innere Stabilität spielen eine ebenso große Rolle.


Was möchte ich euch mitgeben?

  • Bleibt bei euch.

  • Lasst euch nicht verunsichern.

  • Trefft klare Aussagen.

  • Wenn ihr etwas wisst, dann sagt es strukturiert und selbstbewusst.

  • Schweigen hilft nicht – denkt laut, zeigt eure Systematik.

  • Tretet souverän auf, auch wenn ihr innerlich kämpft.

Lasst euch nicht aus dem Konzept bringen. Ihr habt das schriftliche Examen geschafft – ihr habt das Wissen. Vertraut darauf.


Ich bin unglaublich froh und dankbar, dass es bei mir  geklappt hat. Gleichzeitig fühle ich mit jedem, bei dem es diesmal nicht gereicht hat. Dieser Weg ist kein leichter.

Ich wünsche allen, die noch vor der Mündlichen stehen oder einen weiteren Anlauf nehmen, ganz viel Durchhaltevermögen, mentale Stärke und Vertrauen in sich selbst.

Falls ihr Fragen habt oder euch austauschen möchtet, schreibt sie gerne in die Kommentare.

Grüße gehen raus

Ein Beitrag von:

  • Servus liebe Mitstreiter, ich bin Annika, 33 Jahre jung, ver­heiratet und Mutter von zwei wunder­­vollen Kindern. Ich wohne im Kammer­­bezirk Nürnberg und bin auf dem Weg, im Jahr 2024 die Steuer­berater­prüfung zu meistern. …

Kommentare zu diesem Beitrag:

2 Antworten

  1. Hey,

    erstmal herzlichen Glückwunsch!!!

    Meine Fragen an dich wären:
    – Wie hast du dich genau vorbereitet und in welchem Zeitraum?
    – Wie viele Kurzvorträge hast du gehalten?
    – Welche Vornote hattest du und welche hatte der Kandidat der leider durchgefallen ist? War dies auch gerechtfertigt?

    Vielen Dank und alles gute für deine berufliche Laufbahn als Steuerberaterin!!!

    1. Vielen Dank.
      Ich hatte ab November die Prüfungsvorbereitung bei der Nöthen-Schröders GbR zu den Themen die neu hinzukommen für die Mündliche (Berufsrecht, Inso, GWG, VWL/BWL, FGO, Europarecht). Ab Dezember habe ich dann mit der Lerngruppe Vorträge geübt, dass kann ich nur empfehlen. Gehalten habe ich selbst so um die ca. 25 Vorträge. Ansonsten habe ich Urteile gelesen, Newsletter mit aktuellem Bezug. Und ich habe sehr viel mit KI gearbeitet, sei es, dass ich mir Fragen hab stellen lassen und diese beantwortet habe. So kommt man ins Sprechen auch zu Themen die man noch nicht so beherrscht. Auf jeden Fall helfen die Protokolle der Vorjahre weiter. Sei es für die Vortragsthemen als auch für die Fragerunden. In Nürnberg wird z.B. fast immer in der ersten Runde Berufsrecht geprüft. Ansonsten auch die Themen für die Schriftliche nochmal grob wiederholen. Bei uns gab es Blanko-Gesetze. Die hatte ich mir auch geholt, dass ist schon nochmal ganz anders. Simulationen kann ich auch empfehlen, aber nicht zu viele. Meiner Meinung reicht hier eine oder zwei, das wiederholt sich inhaltlich doch immer wieder. Stellt euch breit auf, es kann einfach alles gefragt werden.
      Ich bin mit der Vornote 4,16 ins Rennen gegangen. Mir war klar, ich muss hier nochmal abliefern und es ist noch nichts sicher. Ich habe mir gesagt, wenn du dran bist zeige was du kannst und zeig Ihnen, dass du hier heute nicht ohne diesen Zettel rausgehst.
      VG

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