Hallo ihr Lieben,
ich schulde euch noch eine erfreuliche Nachricht, die mir meine Briefeule vor einiger Zeit überbracht hat und ich glaube, nicht einmal ein Hogwartsbrief hätte mehr Freude auslösen können: Ich habe den schriftlichen Teil bestanden!
Nach der anfänglichen Freude folgte allerdings ziemlich schnell die Panik. Zwar hatte ich an sämtlichen Terminen zur Wissensvermittlung für die mündliche Prüfung teilgenommen, doch ohne das Ergebnis hielten sich Konzentration und Motivation ehrlicherweise in Grenzen. Mit dem positiven Bescheid hieß es dann: Vollgas.
Fragerunden: rein in den Flow
Im Januar habe ich an einem dreitägigen Präsenzkurs (in Präsenz) von Dr. Huttegger teilgenommen, bei dem die Fragerunden simuliert wurden. Das war definitiv ein nötiger Tritt in den Hintern und ein echter Motivationsschub. Das ehrliche Feedback dort: Mein Auftreten ist teilweise noch zu unsicher.
Seitdem laufen auch bis zu meiner mündlichen Prüfung zweimal wöchentlich weitere Simulationen bei Examio (online). Zusätzlich habe ich in den letzten Tagen noch einen Online-Simulationskurs der Nöthen-Schröders GbR besucht; drei weitere Simulationsabende stehen ebenfalls noch an.
So bin ich zumindest für den Fragerunden-Teil „im Flow“. Auch wenn immer wieder Fragen und Fälle kommen, bei denen man gefühlt komplett auf dem Schlauch steht, stellt sich mit der Zeit eine gewisse Routine ein und vor allem die Sicherheit, wie man in solchen Momenten am besten reagiert.
Der Vortrag: mein persönlicher Endgegner
Beim Vortrag bin ich dagegen noch etwas in der Schwebe. Wie vermutlich bei vielen gehört er absolut nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten. Zu Realschulzeiten hatte ich so große Probleme, dass mir während eines Vortrags buchstäblich die Luft wegblieb und ich nur noch gestottert habe. In der Abiturzeit konnte ich zum Glück einiges an Selbstvertrauen dazugewinnen und diese Blockade weitestgehend ablegen. Trotzdem graut es mir noch ein wenig.
Ich versuche mir aktuell einzureden, dass ich richtig Lust auf den Vortrag habe und gehe das Ganze so motiviert wie möglich an. Aufgeben ist keine Option.
Mein Plan für die nächsten zwei Wochen
Meine mündliche Prüfung findet in knapp zwei Wochen statt. Für diesen Zeitraum habe ich mir Urlaub genommen. Mein Ziel: täglich mindestens drei Vorträge üben, sodass ich am Ende zwischen 40 und 50 Vorträge gehalten habe.
Damit schlage ich in meiner Vorstellung zwei Fliegen mit einer Klappe:
Zum einen übe ich intensiv das freie Vortragen und gewinne dabei an Sicherheit.
Zum anderen wiederhole und arbeite ich gezielt genau die Themen aus, die in meiner Kommission besonders häufig abgefragt werden.
Bei der Auswahl der Vortragsthemen habe ich mithilfe von KI die Prüfungsprotokolle ausgewertet und den Fokus bewusst auf diese Schwerpunkte gelegt. Ergänzend habe ich auch aktuelle Themen einbezogen.
Lernen ohne Sicherheitsnetz
Da in Schleswig-Holstein für den Vortrag ausschließlich die von der Kammer gestellten Gesetzestexte zugelassen sind, habe ich mir diese noch einmal komplett blanko, ohne Markierungen und Post-its, bei Beck bestellt.
Ich merke immer mehr, wie sehr ich mich an meine Markierungen klammere. In der schriftlichen Prüfung habe ich mich stark auf Schemata verlassen und in der mündlichen fehlen diese nun. Einiges hat sich zum Glück eingeprägt. Ich glaube daher, dass die Blankogesetze eine sehr gute (wenn auch teure) Entscheidung waren.
Für die Fragerunden sind in Schleswig-Holstein übrigens gar keine Gesetzestexte zugelassen.
Materialien & Baustellen
Zusätzlich arbeite ich die Ausgaben von NWB Steuer und Studium intensiv durch und kann euch den NWB PrüfungsCoach 2026 wirklich ans Herz legen. Ihr findet ihn hier: https://datenbank.nwb.de/Dokument/1077159/
Außerdem habe ich mir die Bücher des HDS Verlags zugelegt und vergleiche, sofern passend, meine Vorträge mit den Mustervorträgen. Teilweise nutze ich diese auch zur Nacharbeit, insbesondere bei den nicht steuerlichen Themen.
Apropos nicht steuerliche Themen: In BWL/VWL bin ich leider eine absolute Niete. Hierfür habe ich mir die NWB-Lernkarteikarten für die mündliche Prüfung BWL/VWL zugelegt. Ein Profi werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr, aber die Basics möchte ich mir zumindest solide aneignen.
Zum Schluss
Ich hoffe sehr, dass diese Vorbereitung Früchte tragen wird.
Vielleicht mögt ihr ja berichten: Wie bereitet ihr euch auf die mündliche Prüfung vor?
Oder habt ihr sie vielleicht sogar schon (über-)bestanden?
Eure
Charlie ⚡️
