Das war Tag 3 – schriftliches Examen 2026

Tag 3/3. Wir haben es geschafft! 18 Stunden Klausur schreiben liegen hinter uns und damit auch das schriftliche Examen 2026.

Und was sagen wir zum heutigen Tag?

Als ich muss sagen von dem Gefühl ich kann was, über ich kann doch nichts, ich möchte weinen und aufgeben war heute alles dabei. Aber fangen wir vorne an.

Gestartet bin ich mit Aufgabe 2 einer GmbH bei der verschiedene Vorfälle zu beurteilen waren. Hauptbestandteil der Kauf und Verkauf von GruBo und Gebäuden, Zahlung an Mieter um ihn zum Auszug zu bewegen, Anschaffungsnahe HK, eine Rechnung aus 2026, 6b EStG und Sonderabschreibung. Dazu noch zwei kleine Teilziffern mit Bewirtungskosten und einer verdeckten Einlage. Da war meine Gemütslage noch gut, die Aufgabe war fair.

Dann habe ich mit Aufgabe 1 weitergemacht. Dafür gab es schließlich 50 Punkte. Teilziffer 1 war schon das erste wo ich ins Stocken kam. Anschaffung Maschine mit Teilzahlung bei Lieferung, Rest in Raten. Durch Zufall bin ich auf die Richtlinie mit der Lösung und dem Ansatz vom Barwert bekommen. Den habe ich definitiv falsch berechnet, das kann ich nämlich nicht so gut, den Rest dann im Schema ABBA. Viel Zeit für aufgewendet und da war ich schon nicht mehr so gut zufrieden. Besser wurde es mit Gewährleistungsrückstellungen auch nicht – wie berechnet man die richtig? Naja da drei Jahre angegeben waren, hab ich damit dann auch gerechnet, steht wohl nicht umsonst dar war meine Überlegung, Rest wieder ABBA. Dann Schadensersatz aus einer Klage. Und der Moment wo ich weinen wollte. Ich dachte wirklich ich verstehe die Aufgabe nicht. Schon wieder Rückstellung? Kann nicht sein mein Gedanke. Panik, Enttäuschung. Das wars weil ich der festen Überzeugung war Textziffer 1 bis 3 ist das schlechteste was ich je gemacht habe. Nach einer kurzen Pause (Zeit war mal kurz egal) zu dem Entschluss gekommen, sind für mich Rückstellungen. Also wieder ABBA – fertig. Teilziffer 4 waren Aktien – mit Blick auf Teilziffer 5 und Aufgabe 4 habe ich die weggelassen. Teilziffer 5 war der Kauf einer Domain und die Erstellung einer Website durch einen Dritte und monatliche laufende Kosten. Das konnte ich dann mal wieder, enttäuscht war ich immer noch.

Aufgabe 3 war eine OHG mit Eintritt von 2 neuen Gesellschaftern. C brachte seinen Schwertransporter mit und zahlt an A. und B noch 80.000 und S bekam seinen Anteil unentgeltlich von seiner Mutter.  Was mich an dieser Aufgabe maximal irritiert hat – von 75% gibt A die Hälfte der Anteile ab, so dass S nachher 30%. Hab ich schon nicht verstanden, vielleicht wars dafür aber auch schon zu spät in der Klausur. Und dann stand in den Hinweisen, das Überspringen von stillen Reserven soll vermieden werden. Joar hab ich so auch noch nicht gelesen – könnte aber auch daran liegen das ich ab und zu die Hinweise auch so mal nicht genau gelesen habe. Passte aber zum Ansatz der höchstmöglichen Werte in der Gesamthand. Man sollte zum Vorgang alles mögliche Beurteilen, ich habe in der Zeit den Vorgang aus der ESt-Sicht beurteilt (MU-BAS durch ein Grundstück was A und S als Eigentümer an die OHG vermieten), Veräußerungsgewinne berechnet, soweit es welche gab und dann noch bisschen was geschrieben zum allgemeinen Vorgang. Bilanzen und Ergänzungsbilanzen habe ich nicht mehr aufgestellt.

Also lange Rede kurzer Sinn – ich war maximal enttäuscht als ich die BrandBoxx verlassen habe. Ich hatte gehofft, dass das irgendwie besser für mich läuft. Ein Gespräch nach der Klausur hat mir dann das Gefühl gegeben es war ok, aber eben mehr auch nicht.

Fazit nach drei Tagen:

Das Ergebnis in diesem Jahr sollte besser als im vergangenen Jahr. Ob das zum bestehen gereicht hat? Ich befürchte leider nicht, dafür war die Performance an Tag 1 von mir nicht gut genug. Endgültige Gewissheit gibt es aber auch erst im Dezember, wenn die Ergebnisse kommen.

Dennoch bin ich heute enttäuscht. Ich hätte gedacht, im zweiten Versuch wird alles besser, vielleicht ein bisschen einfacher, zumindest wollte ich nach den drei Tagen ein eindeutigeres Gefühl haben. Jetzt sitze ich hier und frage mich was hätte ich besser machen können.

Keine Sorge, ich weiß das es morgen wieder besser sein wird, aber man darf auch mal seine Enttäuschung zulassen.

Wie ist es euch ergangen? Was sagt euer Gefühl?

Ein Beitrag von:

  • Hallo zusammen. Mein Name ist Vanessa, ich bin 28 Jahre alt und wohne in Osna­brück. Ich möchte euch auf diesem Blog einen Einblick in meine Vor­berei­­tung auf die Steuer­­berater­­prüfung 2025/2026 geben und zeigen, dass …

Kommentare zu diesem Beitrag:

6 Kommentare

  1. Drücke dir die Daumen dass es klappt! Und danke für deine ausführlichen Nachrichten.
    Wie würdest du dieses Jahr mit letztem jahr vergleichen? Thematik und Schwierigkeit? Ähnliches Level in der Summe?
    Ich denke du hast dieses Jahr bestimmt einiges dazu gelernt, vllt genügt es ja 😉 Riesen Respekt an dich, dass du das wieder durchgezogen hast

  2. Ich bin heute auch mit sehr gemischten Gefühlen aus der BrandBoxx in Hannover gekommen. Es ist mein Erstversuch als Spätzünder sozusagen und ich hatte mir nach meiner sehr langen und intensiven Vorbereitung mehr erhofft. Vor allem haben mir die teils langen Sachverhalte Schwierigkeiten bereitet.

    An Tag 1 habe ich mit Umsatzsteuer angefangen, weil es mein Lieblingsthema ist. In der Klausur wurde es aufgrund des viel zu langen Sachverhaltes aber eher zu einem Hass Thema. Leider werde ich hier viele Punkte liegengelassen haben, da ich zeitbedingt zu ErbST wechseln musste. Das ging einigermaßen, zumindest habe ich hier Ertragswert und Subtanzwert verglichen und noch 13a angewandt und AO war für meine Verhältnisse relativ okay. Ich erhoffe ich mir wenigstens ein paar Punkte geholt zu haben im Gegensatz zur Vorbereitung.

    An Tag 2 habe ich leider die Gewerbesteuer gar nicht geschafft. Das hat mir viele Punkte gekostet. In Einkommensteuer habe ich mit der Investment-Geschichte das auch nicht ganz hinbekommen. Krypto habe ich leider nicht im Erlass gefunden und nur ein 23er Gewinn daraus gemacht.

    Und heute an Tag 3 habe ich einige Flüchtigkeitsfehler gemacht, MU BAS nicht erkannt, verdeckte Einlage als
    VGA geschrieben und die Bilanzansätze bei dem OHG Fall auch nicht geschafft. Dafür die anderen Teile bis auf das Thema Bezugsrechte beim Einzelunternehmer. Noch nie was von gehört.

    Ich glaube viele können ihr Ergebnis nicht einschätzen. Mein Gefühl ist auch nicht gut. Sehr wahrscheinlich hat es bei mir nicht gereicht. Vielleicht hat es bei uns aber schon gereicht und wir haben beide die Gummipunkte mitgenommen.

    Ich drücke dir und mir auf jeden Fall die Daumen. Schwierig wird jetzt das weitere Vorgehen. Wann hast du dich damals/wann wirst du dich dieses Mal auf die mündliche Prüfung vorbereiten? Da kann man ja nicht erst der Ergebnis der schriftlichen Prüfung abwarten.

  3. Respekt an dich, tolle Leistung und danke dass du immer ausführlich berichtet hast;)
    Ich drücke dir alle Daumen!
    Und wie würdest du dieses Jahr mit letztem Jahr vergleichen? Von den Themen / Schwierigkeitsgraden / Zeitproblemen?

  4. Zu Deinem Mut und Deinem Einsatz, Dich dieser Prüfung zu stellen, möchte ich Dir ausdrücklich gratulieren. Für Deine Beiträge vielen Dank. Ich drücke Dir 100% die Dauemen! Liebe Grüße

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